30 Jahre ZSGPP
Ein Jubiläum mit Herausforderungen und Chancen
Die Zentralschweizer Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie ZSGPP feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Dr. med. Kaspar Schnyder, langjähriges Mitglied und aktueller Präsident, wirft einen Blick auf die Entwicklung des Vereins und die Zukunft der psychiatrischen Versorgung in der Region.
«Die ZSGPP hat nach 30 Jahren leider etwas an Dynamik eingebüsst», konstatiert Präsident Dr. med. Kaspar Schnyder. Besonders die Corona-Pandemie habe dem Vereinsleben zugesetzt, wie vielen anderen Organisationen auch. Dennoch zeigt die jüngste Urabstimmung, dass die Mitglieder weiterhin an diesem Netzwerk festhalten möchten. Für die Zukunft der ZSGPP wünscht sich Schnyder eine Revitalisierung des Vorstands und die Gewinnung neuer Mitglieder. «Die ZSGPP könnte im nationalen Fachverband eine provokative und innovative Rolle spielen», meint er.
Engagement für neues Ausbildungsmodell
Als prägende Ereignisse der letzten Jahre nennt Schnyder den Wechsel zum Anordnungsmodell für psychologische Therapien und die Einführung des TarDoc-Tarifs. Diese Entwicklungen hätten die Beziehungen zwischen den Berufsgruppen und die finanzielle Situation der Psychiaterinnen und Psychiater beeinflusst. Mit dem Fachkräftemangel, den Wartezeiten und einem Reformstau in der Ausbildung steht die Psychiatrie auch in der Zentralschweiz vor Herausforderungen. Doch gerade hier liegt auch eine Chance. Mit innovativen Ansätzen könnte die ZSGPP eine Vorreiterrolle übernehmen – sei es durch Impulse für neue Rekrutierungsstrategien oder für eine modernisierte Ausbildung, die Psychologie und Psychiatrie stärker vereint. Schnyder: «Eine Zusammenfassung von Psychologie und Psychiatrie in der Lehre würde die Konkurrenz beenden und eine Ausbildung schaffen, mit der Studienabgängerinnen und -abgänger bereits voll auf den Einsatz in der Versorgung vorbereitet sind.»
Trotz des Wandels bleibt klar: Die ZSGPP ist mehr als nur ein Verein – sie ist ein Ort des Austauschs, der Zusammenarbeit und des gemeinsamen Lernens. Mit frischen Ideen und engagierten Mitgliedern kann sie auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur psychiatrischen Versorgung leisten.

