Triaplus im Wandel – Rückblick 2025
Digitalisierung, Ausbau & Qualitätssicherung
Die Digitalisierung schreitet im gesamten Gesundheitswesen voran – auch bei Triaplus. Das ganze Geschäftsjahr 2025 war geprägt vom Grossprojekt Triafutura. Höhepunkt war die Inbetriebnahme des neuen Klinikinformationssystems KISIM im stationären Bereich Anfang November. Bis Ende März 2026 folgten alle Ambulatorien in Uri, Schwyz und Zug.
Ausbau der integrierten Versorgung und Qualitätssicherung
Das firmenweite KISIM leistet einen wesentlichen Beitrag zu einer modernen, integrierten Psychiatrie. Es ermöglicht im ganzen Konkordatsgebiet eine standortunabhängige Begleitung der Patienten und fördert zwei zentrale strategische Unternehmensziele: Stärkung der integrierten Versorgung und Gewährleistung einer durchgehend hohen Qualität über den gesamten Behandlungsweg. Durch die Vereinheitlichung von Prozessen und Dokumentationen ohne Medienbrüche wird das Angebot nahtloser und effizienter. Die gemeinsame Sicht auf Patienteninformationen unterstützt die Behandlungsabläufe und führt zu einem Qualitätsgewinn.
Dass das triaplusweite Qualitätsmanagementsystem in allen Bereichen den internationalen ISO-Anforderungen entspricht, bestätigte die erfolgreiche Rezertifizierung nach ISO 9001:2015 Ende 2025.
Zentralisierung der ambulanten Patientenadministration
Das Projekt Triafutura bot die Gelegenheit, zahlreiche Prozesse zu harmonisieren und zu vereinfachen und die Organisation gezielt weiterzuentwickeln. Neben vielen Einzelprojekten rückte 2025 die Vorbereitung der neuen, zentralisierten Patientenadministration im ambulanten Bereich in den Vordergrund. War diese zuvor bereichsspezifisch und kantonal unterschiedlich organisiert, ist die administrative Kompetenz der Ambulatorien nun zentral gebündelt – bei gleichzeitig lokaler Betreuung. Doppelspurigkeiten entfallen, Abläufe werden effizienter, wodurch Wartezeiten reduziert werden.
Digitale Pilotprojekte – Ylah und Playnvoice
2025 standen zwei weitere Innovationen im Fokus: Ylah, eine digitale Plattform im stationären Betrieb, die Face-to-Face-Therapien mit digitalen Elementen in Form einer App verbindet. Dies verkürzt Wartezeiten bis zum Behandlungsbeginn und ermöglicht während und nach der Behandlung eine zeitlich flexible Auseinandersetzung mit Therapieinhalten. Zusätzlich kam in der Kinder- und Jugendpsychiatrie erstmals das KI-unterstützte Dokumentationstool Playnvoice zum Einsatz, damit Therapeutinnen und Therapeuten mehr Zeit für die direkte Patientenarbeit haben.
Ambulant vor stationär: Zwei Erfolgsmodelle
Die Stärkung der Ambulatisierung und die Förderung aufsuchender bzw. intermediärer Angebote bleibt Kern der Unternehmensstrategie. Mit Amnesia Zug bietet Triaplus seit fünf Jahren eine niederschwellige Beratungs- und Koordinationsstelle für Demenzbetroffene. 2025 wurde das Angebot weiterhin auf hohem Niveau genutzt: Insgesamt konnten 153 Klientinnen und Klienten begleitet werden.
Auch das intermediäre Programm INTUK entwickelte sich zu einem wichtigen Bestandteil des Versorgungsangebots. Die "integrierte Unterstützung nach wiederholten Klinikaufenthalten" hilft Patienten bei der Nutzung verschiedener Versorgungsangebote mit dem Ziel, stationäre Aufenthalte zu vermeiden. Das auf vier Jahre angelegte Pilotprojekt startete Mitte 2023 und ist ein wichtiger Schritt in Richtung "ambulant vor stationär". Bis Oktober 2025 erfüllten 192 Patienten die Kriterien für eine Aufnahme im Programm. Davon entschieden sich 122 für die Aufnahme. Fast 90 Prozent davon gaben eine mittlere bis hohe Zufriedenheit mit INTUK an. Ob das Programm bestehen bleibt, hängt von Evaluationsergebnissen und der weiteren Finanzierung ab.
Weniger freiheitsbeschränkende Massnahmen
Die moderne psychiatrische Versorgung orientiert sich stark an den persönlichen Bedürfnissen der Patienten und setzt auf eine individuelle, patientenzentrierte Behandlung. Vor diesem Hintergrund strebt Triaplus eine kontinuierliche Senkung von freiheitseinschränkenden Massnahmen im stationären Bereich an. 2025 konnte dieses Ziel unter anderem mit dem vermehrten Einsatz von 1:1-Betreuungen erreicht werden. Dieser Fortschritt geht jedoch mit einem noch höheren Personalaufwand einher.
Entwicklungscurricula für die Berufsgruppen
Der verbreitete Fachkräftemangel, insbesondere in Pflege und Medizin, blieb auch 2025 anspruchsvoll. Deshalb bietet Triaplus den Mitarbeitenden ein grosses Angebot an Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Neu eingeführt wurde Mitte Jahr das Konzept der Entwicklungscurricula für Pflegefachpersonen, Psychologinnen und Ärzte. Damit werden ihnen klare berufliche Entwicklungsperspektiven ab dem ersten Berufsjahr, insbesondere auch nach Erreichen der jeweiligen Fachabschlüsse, aufgezeigt. Zudem werden Wechsel innerhalb des Unternehmens aktiv unterstützt.
Geschäftsergebnis 2025 und Ausblick
Triaplus konnte das Geschäftsjahr 2025 mit einem knapp positiven Ergebnis abschliessen (+ Fr. 7'000.–). Sowohl in der ambulanten Erwachsenen-, als auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie blieb die Behandlungsnachfrage das ganze Jahr über hoch. Auch im stationären Bereich wurden erneut mehr Fälle verzeichnet, doch die Anzahl Pflegetage und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieben unter dem Wert von 2024. Aufgrund der permanenten Aufnahmepflicht der Klinik und entsprechend hohem Einsatz an Pflegefachkräften stiegen die personellen Ressourcen weiter an – mit entsprechend hohen Kosten. Gleichzeitig wurden im ambulanten Bereich die therapeutischen Vollzeitstellen leicht ausgebaut, um die langen Wartezeiten abzufedern.
Um mit den gesellschaftlichen Entwicklungen Schritt zu halten und die sich verändernden Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens erfolgreich zu bewältigen, wird der Ausbau des integrierten Versorgungsangebots auch 2026 konsequent fortgesetzt – zum Wohl unserer Patientinnen und Patienten. Ein herzlicher Dank geht an die Verantwortlichen der Kantone Uri, Schwyz und Zug, die Triaplus auf diesem Weg unterstützen.