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31. März 2017

Kunst, Psychologie und Emotionen. Interview mit Kunstmaler Elso Schiavo

Aus Anlass der Vernissage von Elso Schiavo bei der Klinik Zugersee haben wir uns mit dem Kunstmaler und Kunsthändlerin Anna Marie Arrigoni getroffen und sie über Kunst, Psychologie und Emotionen befragt.

Zu den Personen:

Elso Schiavo gilt als einer der bedeutendsten Kunstschaffenden des Kantons Zug. Nebst verschiedensten Werbeauszeichnungen wurde der Kunstmaler im September 2003 von der Stadt Baar / Zug mit dem Kulturpreis für besondere Dienste ausgezeichnet. Sein figurativ abstrakter Stil und sein Flair Fabelwesen künstlerisch zu verwirklichen, machten seine Werke national- sowie international bekannt. Mit seinen Werken verzaubert Schiavo Gross und Klein. Hier geht es zur Biographie von Elso Schiavo. (Link: schiavo-bildwelten.jimdo.com/künstler-elso-schiavo/biographie/)

Anna Marie Arrigoni hat als Kunsthändlerin die Werke von Elso Schiavo durch Messebeteiligungen und laufende Ausstellungen ins internationale Kunstgeschehen gemischt. Sie organisiert die Ausstellungen und initiiert markante, ungewöhnliche Veranstaltungen wie zum Beispiel die bevorstehende Ausstellung im Maisfeld im September 2017. Mehr Informationen zur Kunsthändlerin und Ihren Veranstaltungen finden Sie hier. (Link: www.galerie-arrigoni.ch)

Wie kam es zu der Idee einer Vernissage bei der Klinik Zugersee? Habt ihr Euch für die Vernissage der Klinik etwas Spezielles ausgedacht? 

Arrigoni: Wir wollen den Leuten ein bisschen Freude machen und haben deshalb mit der Klinik Zugersee Kontakt aufgenommen. Ich bin mir sicher, dass Menschen mit Depressionen und anderen psychischen Problemen auf eine solch farbenfrohe Kunst positiv reagieren. Die Kunst von Elso Schiavo ist einfach ein Aufsteller. 

Schiavo: Also ich bin überzeugt, dass in dieser Psychiatrie, die Patienten positiv auf meine Kunst reagieren, weil sie diese Sprache verstehen. Es ist eine Fröhlichkeit und Lebensfreude in all meinen Werken drin.

Wie würdest Du Deine Kunst beschreiben?

Schiavo: Für mich soll ein Bild einfach Freude bringen, man soll “Plausch“ daran haben und es sollte jahrelang in einer Familie ein Aufsteller sein. Es muss einen gewissen Witz haben, also nicht stur und streng, sondern mehr märchenhaft oder emotional. Das kindliche habe ich nie verloren, weil das gehört zu meiner Art. Ich habe 45 Jahre lang getaucht und habe dort angefangen, mich mit der Umwelt zu beschäftigen. Dabei habe ich herausgefunden, dass ich durch die Fische eine menschliche Attitüde nachvollziehen kann. Ich kann zum Beispiel einen dummen, blöden, dicken Fisch machen oder einen lustigen Fisch. Später habe ich erkannt, dass wenn ich einem Fisch Beine mache, entsteht daraus ein Vogel. Dies sind meine beiden Haupttiere. Heisst aber nicht, dass ich nur Fische und Vögel male, sondern zum Beispiel auch drei Mondkälber, die den Mond anlächeln. Jetzt weiss ich wenigstens, wie diese Mondkälber aussehen (lacht). Ich habe auch Frauenportraits gemacht und zwar auf eine lustige Art, im Karikatur Stil. Auch die Frauenportraits sind aus meiner Fantasie entsprungen, wobei ich meinem Stil treu geblieben bin.

Welche Bedeutung hat Kunst für Dich?

Schiavo: Für mich ist Kunst das Talent, eine Idee zu visualisieren. Dabei kann der Betrachter die Kunst seiner eigenen Interpretation nachvollziehen. Kunst ist eine Philosophie, es ist die Lebenseinstellung. Ich bin ein positiver Mensch. Einer, der Fantasie besitzt, den Humor schätzt und das übertrage ich auf die Bilder.

Wenn Du malst, welche Emotionen kommen bei Dir hervor?

Schiavo: Ich male aus Freude und Leidenschaft. Meine Werke entstehen dabei nicht aus irgendwelchen politischen Hintergründen oder Ähnlichem.

Hast Du Farben, zu welchen Du einen speziellen Bezug hast?

Schiavo: Ja, zum Beispiel Blau und Rot. Ich habe fast ein Jahr gebraucht, um mein Blau zu bekommen. Ultramarin hat die Tendenz, dass es beim alt werden fast schwarz wird. Ich habe herausgefunden, was ich unterlegen muss, dass es eben Ultramarin bleibt. Und dieses Blau ist typisch für mich.

Wie stehst Du zur Farbe Gelb?

Schiavo: Einige Jahre hatte ich einen Horror gegen die Farbe Gelb. Ich habe nie etwas Gelbes verwendet, doch auf einmal habe ich Gelb sehr gerne bekommen. Ich wende es dezent an, zum Beispiel beim Schnabel der Kreaturen oder wenn ich einen Mond zeichne. Als Hauptfarbe brauche ich es aber nie. Meine Hauptfarben sind Rot und Blau.

Sind Blau und Rot auch Deine persönlichen Lieblingsfarben?

Schiavo: Ja, Rot sowieso. Es ist eine Königsfarbe, sie ist attraktiv und lebendig. Ich benutze rot als Akzent. Entweder male ich rot in rot oder dann ist der blaue und rote Anteil halb-halb.

Wenn Du künstlerisch tätig bist, hörst Du da Musik?

Schiavo: Das gibt es manchmal ja, ich spiele selbst ein bisschen Klavier. Während dem Malen höre ich gerne Jazz. Ich habe so meine bestimmten Vorlieben, früher hatte ich auch Kontakt mit Jazz-Grössen. Einer meiner Lieblingsmusiker ist Samy Brice. 

Wo bist Du am liebsten künstlerisch tätig?

Schiavo: Das spielt mir keine grosse Rolle. Ich durfte bereits an verschiedensten Orten künstlerisch tätig sein.

Gibt es ein Kunstwerk in deinem Leben, das Dich besonders beeindruckt hat?

Schiavo: Ein Bild von Picasso hat mich besonders geprägt. Auf diesem Bild siehst du ein Kind, das mit einem Fisch, der auf vier Rädern steht, gespielt hat. Entdeckt habe ich dieses Bild mit 16 Jahren, als ich in Mailand an einer Ausstellung. Dort habe ich erstmals erlebt, was es heisst, wenn man von einem Bild gefangen wird. Ich bin immer wieder vor diesem Bild gestanden, es hat mich innerlich aufgewühlt. Das war ein einschneidendes Erlebnis für mich. Vorher musste ich immer schmunzeln, wenn jemand sagte,  vor einem Bild fast ohnmächtig geworden zu sein. Nach diesem Erlebnis musste ich jedoch eingestehen, dass Kunst starke Emotionen auslösen kann.

Sie möchten mehr über Elso Schiavo erfahren und an seiner Vernissage in der Klinik Zugersee teilnehmen? Am 7. April ist es so weit und Sie sind herzlich eingeladen! Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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