Alkoholsucht: Mein Leben entgleitet mir

Im Gesundheitsratgeber des Boten der Urschweiz vom 24. Februar 2016 hat uns Markus S. (43 Jahre) die folgende Frage zum Thema Alkoholsucht gestellt:
„Bis vor wenigen Monaten hatte ich keine Alkoholprobleme. Auf Festen trank ich regelmässig Bier, jedoch nie mehr als 1–2 Gläser. Die Scheidung meiner Frau traf mich hart. Seitdem habe ich den Boden unter den Füssen verloren. Der tägliche Alkoholkonsum mildert meine unerträgliche Lebenssituation. Aus meinem Freundeskreis habe ich mich zurückgezogen. Seit einer Woche erwache ich morgens mit einer Unruhe, die nach einem Glas Bier verschwindet. Wie bekomme ich mein Leben wieder in den Griff?“
Die Empfehlung von Dr. med. Guido Winkler, Oberarzt der Klinik Zugersee, lautet wie folgt:
"Es gibt unterschiedliche Formen von Alkoholerkrankungen, die unterschiedlich behandelt werden. Deshalb ist eine gründliche Abklärung zu Beginn jeder Behandlung so wichtig. Ganz grundsätzlich wird zwischen einer Alkoholabhängigkeit und dessen Vorläufer – dem schädlichen Alkoholkonsum – unterschieden. Die geschilderte körperliche Unruhe und deren Besserung unter Alkoholeinfluss und die zunehmenden Alkoholmengen deuten auf eine bereits bestehende körperliche Alkoholabhängigkeit hin. In einer mehrtägigen stationären Entzugsbehandlung werden die auftretenden Entzugssymptome – wie z. B. Unruhe, erhöhter Blutdruck – pharmakologisch und ggf. komplementärmedizinisch abgemildert.
Offenbar steht Ihre Lebenssituation in direktem Zusammenhang mit Ihren Alkoholproblemen. Eine an den körperlichen Entzug anschliessende Entwöhnungstherapie verbessert Ihre Prognose ganz entscheidend: Gemeinsam mit Ihrem Therapeuten gewinnen Sie einen vertieften Einblick in Ihre Situation und entwickeln alternative Strategien und Wege aus dieser belastenden Lebensphase. Die Gefahr eines Alkoholrückfalls lässt sich dadurch deutlich reduzieren. Die Suchtberatungsstellen stehen Ihnen für einen ambulanten Erstkontakt gerne zur Verfügung. Die Klinik Zugersee begleitet überdies körperliche Entzüge und führt spezielle – auf den einzelnen Patienten abgestimmte – Entwöhnungstherapien durch."